Tomáš Baťa

Stručná odpověď

Tomáš Baťa gründete 1894 in Zlín eine Schuhfabrik, die zu einem der ersten globalen Großproduzenten von Schuhen wurde. Sein Unternehmensprinzip „Unser Kunde – unser Herr" prägte eine neue Ära der Massenproduktion und verwandelte Zlín in eine bedeutende Industriestadt.



„Unser Kunde – unser Herr.“

Die Anfänge des Unternehmens

Tomáš Baťa war ein Mensch, der der Regionalstadt Zlín Leben einhauchte. Die Anfänge seiner Ära reichen zurück bis 1894, als er zusammen mit seinen Geschwistern eine Schuhfabrik gründete, einen der ersten „Großproduzenten“ von Schuhen weltweit. Eine Gruppe von Näherinnen und Schustern nähte Schuhe nicht nur für ihre Nachbarn, sondern auch für Händler aus der Ferne. Die Anfänge des Unternehmertums waren hart. Zunächst stellten sie walachische gesteppte Filzschuhe her. Bei der Produktion nutzten sie hauptsächlich die Arbeit von Heimarbeitern. Sie beschäftigten etwa 10 Arbeiter, die eine feste Arbeitszeit ableisten mussten, wofür sie einen regelmäßigen Wochenlohn erhielten. Das war zu jener Zeit etwas sehr Ungewöhnliches und Bahnbrechendes.

Im Sommer 1895 kam die Krise. Das gesamte Vermögen wurde für Wechsel und Ratenzahlungen gepfändet, die nicht mehr bezahlt werden konnten. Es drohten Klagen. Die Baťas stellten fest, dass sie am Ende waren. Als Antonín, der Bruder von Tomáš Baťa, zum Militärdienst ging, übernahm Baťa selbst die Führung der Firma.

Er versuchte, die Schulden loszuwerden. Er beteiligte sich am gesamten Produktionsprozess und fand einen Weg, der zu Materialeinsparungen führte. Die Schulden wurden gebannt. Bald darauf ereilte die Firma ein weiteres Unglück. Die Firma, die alle Wechsel aufbewahrte, ging bankrott. Baťa gab nicht auf und begann, Schuhe aus Leinen zu nähen, die billiger waren. Die Schwester Anna trug zum Wohlstand der Firma bei. Sie übernahm die Wirtschaft und verhinderte die unnötige Verschwendung der erworbenen finanziellen Mittel. Im Jahr 1897 waren die Schulden beglichen. Baťa baute seine ersten Gebäude, wo er 120 Menschen beschäftigte. Mit der Zeit kaufte er weitere Grundstücke auf dem Gebiet von Zlín auf, wo er begann, die Unternehmensinfrastruktur zu erweitern. Die Firma blühte auf.

Für Erfahrungen in die USA

Tomáš Baťa entschied sich, nach Amerika zu gehen, um neue Erfahrungen mit Arbeitsorganisation, Mitarbeiterentlohnung und Lagerung von Halbfabrikaten für die Schuhproduktion zu sammeln. Nach einem halben Jahr brachte er neue Pläne für den Bau von Fabrikgebäuden sowie amerikanische Managementmethoden mit. Er bestellte auch leistungsfähigere Maschinen. Die Anforderungen an die Mitarbeiter wurden gesteigert.

Mit wachsender Belegschaft entstand das Problem, wo alle Arbeiter untergebracht werden sollten. Daher begann der Bau der sogenannten Baťa-Häuschen. Zusammen mit ihnen entstanden Gebäude, die bis heute die charakteristische Architektur von Zlín prägen, zum Beispiel das Zlínský mrakodrap.

Die Kriegszeit

Zu Beginn des Ersten Weltkriegs erhielt die Firma einen Auftrag zur Herstellung von Militärstiefeln. Hunderten von Männern gelang es durch die Arbeit in der Fabrik, dem Einberufungsbefehl zu entgehen. Die Stiefel wurden hauptsächlich für das Heer der österreichisch-ungarischen Armee hergestellt. Eine Gerberei wurde eingerichtet. Durch die eigene Produktion sanken die Kosten. Nach dem 1. Weltkrieg erdachte Baťa einen Plan. Er senkte die Schuhpreise um 50%. Die Arbeiter stimmten einer Lohnkürzung zu und erhielten im Gegenzug Essen, Kleidung und andere Notwendigkeiten zum halben Preis. Der mutige Schritt erwies sich als erfolgreich und Baťa begann durch den Schuhverkauf zu prosperieren.

Das Ende des Unternehmers Tomáš Baťa kam im Jahr 1932, als er zusammen mit seinem Piloten bei einem Flugzeugunglück ums Leben kam. Die Reise sollte in die Schweiz führen, wo eine neue Filiale eröffnet werden sollte. Der Flug startete in Otrokovice, wo er wegen Nebel um eine Stunde verschoben wurde. Baťa bestand auf dem Abflug. Nachfolger der Firma wurde Jan Antonín Baťa.

Gegenwart

Sehr bekannt ist der sogenannte Baťa-Preis, bei dem die letzte Ziffer eine 9 ist. Die heutige europäische Zentrale befindet sich in der Schweiz. Die Zentrale für Tschechien ist wieder in Zlín. Die Firma Baťa wurde als größter Verkäufer und Hersteller von Schuhen bezeichnet. In der Nähe des Friedensplatzes steht ein Denkmal für Tomáš Baťa, das 1933 errichtet wurde. Bekannt ist auch der Baťův kanál.

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