Nur wenige Menschen kennen und wissen, wo genau die einst berühmte Slovácká búda stand. Für viele ist es eine völlige Überraschung, wenn sie am hügeligen Hang die steinernen Grundmauern dieses Gebäudes entdecken. Auch dieses nicht mehr erhaltene Bauwerk wurde nach Plänen des slowakischen Architekten Dušan Jurkovič errichtet. Luhačovice erblüht dank seiner bekannten Bauten – Jurkovičův dům, Sonnen- und Flussbäder sowie das Inhalatorium. Die Slovácká búda stand am Hang der Malá Kamenná. Viele Zeitzeugen erinnern sich noch an sie, als sie nicht von Gestrüpp überwuchert war, voller Gäste und mit Blick auf die tschechoslowakischen Weißen Karpaten.
Sie entstand nach Jurkovičs Plänen im Jahr 1906. Es war sein vorletztes Werk in Luhačovice. Der Bauauftrag wurde von der Skalická obchodní družstvo (Handelsgenossenschaft Skalice) erteilt. Die Vertreter der Firma wünschten sich Räume zur Lagerung und anschließenden Verkauf von Wein. Später kamen auch slowakische Spezialitäten zum Angebot hinzu. Ab 1911 wurde die Búda erweitert und begann sowohl ihr Aussehen als auch ihre Besitzer zu wechseln. Der populäre Anbau des Tanzsaals erfolgte bereits unter der Leitung eines anderen Architekten.
In den Innenräumen der Búda traf sich die tschechoslowakische journalistische, schriftstellerische und politische Elite. An Sommertagen und -abenden diente das Objekt als beliebtes Restaurant und Weinlokal. Auf der Terrasse spielte eine Blaskapelle und es wurde getanzt. Während des Zweiten Weltkriegs kamen deutsche Soldaten zur Kur nach Luhačovice, aber auch in dieser Zeit diente die Búda ihren Zwecken. Ebenso, als der Betrieb 1948 verstaatlicht wurde. Diese Nutzung dauerte bis zur Zeit der Samtenen Revolution an. Und obwohl sie erneut den Besitzer wechselte, diesmal einen privaten, blieb die Slovácká búda ein beliebter Ort für ausgelassene und durchtanzte Abende.
Die Búda besuchte auch gerne der bekannte Komponist Leoš Janáček, der Luhačovice zur Erholung nutzte und in dem Kurort seine Opernkomposition schuf. Auch die berühmten Brüder Mrštík kehrten hier ein. Damals hieß die Búda noch Slovenská. Berühmt war die hiesige Küche, die hauptsächlich slowakische Spezialitäten wie Skalitzer Lebkuchen, Trdelník, Pogatschen, Pressburger Zwieback und böhmischen Lebkuchen anbot.
Als 1913 die Genossenschaft ihre Tätigkeit in Luhačovice beendete, kaufte ein neuer Besitzer die Búda und benannte sie in Slovácká um. Umso mehr galt das alte Sprichwort – wer die Slovácká búda nicht besucht hatte, war wie gar nicht in Luhačovice gewesen. Nach der Revolution wurde sie restituiert und hatte auch mehrere Besitzer. Das Interesse an ihr schwand, auch wegen der unregelmäßigen Öffnungszeiten.
Es war das Jahr 2002, kurz vor Weihnachten, als ein Wächter aus einem nahegelegenen Kurhaus gegen drei Uhr morgens Feuer erblickte, das die Slovácká búda erfasst hatte. Innerhalb einer halben Stunde war die Feuerwehr vor Ort, später kamen auch Verstärkungen aus Slavičín und Zlín. Das Feuer bekamen sie nach etwa 3 Stunden unter Kontrolle, Hindernisse waren nicht nur die Flammen, sondern auch der strenge Frost. Das Gebäude wurde jedoch völlig eingeäschert, glücklicherweise wurde niemand verletzt. Über den Winter war das Objekt nämlich nicht in Betrieb.
Die ersten Schadenssschätzungen waren hoch, es wurde von einem Verlust bis zu fünfzehn Millionen wegen des historischen Werts des Gebäudes gesprochen. Schließlich waren die Zahlen niedriger. Die Búda gehörte damals einem Besitzer aus Prag, der sie vermietete. Es wurde sogar über vorsätzliche Brandstiftung und Versicherungsbetrug spekuliert. Die Ermittlungen deckten jedoch nichts auf, sicher ist, dass die Búda vorsätzlich angezündet wurde. Seit 2002 verwildert der Hang von Luhačovice und die Überreste des berühmten Restaurants verschwinden unter Efeu. Heute entdecken sie nur Ausflügler, die sich nach oben zu den Wäldern verirren. Obwohl sich viele Enthusiasten finden, die sagen, sie würden den Ruhm der Slovácká búda wieder erwecken, eines ist sicher: Der Ort verfällt weiter.
