Geschichte und Entwicklung der Kurstadt Luhačovice

Stručná odpověď

Luhačovice wurde erstmals im 7.–8. Jahrhundert besiedelt und entwickelte sich über Jahrhunderte zu einem bedeutenden mährischen Kurort. Der Stadtname leitet sich vermutlich vom Namen eines Stammesgründers ab. Heute gilt Luhačovice als die bekannteste Kurstadt Mährens mit reicher Badegeschichte.



Luhačovice – Anfänge der Region

Es lassen sich mehrere Theorien über die Entstehung des Stadtnamens aufzählen. Meist wird jedoch angegeben, dass sich der Name vom Namen des Stammgründers ableitete. Die ersten Erwähnungen einer Besiedlung in dieser Gegend sind bereits aus dem 7. und 8. Jahrhundert belegt, jahrhundertelang war das Gebiet jedoch unbewohnt. Luhačovice lag am Rande eines Grenzgebiets. Die Siedlungen wurden daher sehr oft von feindlichen Einfällen heimgesucht. Die erste schriftliche Erwähnung von Luhačovice datieren wir auf das Jahr 1412. Die Lebensgrundlage in der hügeligen Gegend bildeten Viehzucht und Obstbau – Zeichen der Erwerbstätigkeit finden sich auch im Siegel: ein verzweigter Baum mit Äpfeln, rechts ein Beil und links eine Pflugschar.

Die Serenyis in Luhačovice

Es war das Jahr 1629, als die Herrschaft Gabriel Serenyi erwarb, in dessen Geschlecht sie bis 1945 verblieb. Das Geschlecht der Serenyis war für die größte Entwicklung des Ortes verantwortlich. Sie erkannten die Bedeutung der heilenden Mineralwässer und somit auch die Auswirkungen auf das Geschäftswesen. Graf Ondřej Serenyi ließ die erste Heilquelle erschließen und nannte sie Bublavý (Sprudelnd). Später wurde sie umbenannt und ist heute unter dem Namen Amandka bekannt. Die Serenyis wählten oft Namen für die Quellen nach Mitgliedern des Adelsgeschlechts. Um 1860 wurde eine weitere Quelle entdeckt und erschlossen. Zunächst trug sie den Namen Hlavní (Haupt) – heute ist sie als eine der wichtigsten Kurquellen unter dem Namen Vincentka bekannt.

Nachrichten über die Heilwirkung der Quellwässer verbreiteten sich in die weite Umgebung und bald kamen die ersten Gäste. Für mehrtägige Aufenthalte fehlten jedoch Unterkünfte, Gaststätten und Heileinrichtungen. Zu diesem Zweck wurde ein Gasthaus mit einigen Zimmern in der Nähe der Quelle gebaut. Ende des 18. Jahrhunderts verstärkte sich die Bautätigkeit und es entstanden viele neue Bauten – das Schlösschen, Vincencův dům (Vincenz-Haus), die Kapelle der Heiligen Elisabeth. Der Klang der Glocke auf ihrem Türmchen verkündete Beginn und Ende des Heiltages. Die Gäste forderten immer größeren Komfort. Dadurch vergrößerten sich die Bäder allmählich.

Kur-Aktiengesellschaft

Ende des 19. Jahrhunderts drohte den Bädern der Niedergang. Die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft im Jahr 1902 war ein bedeutender Meilenstein. Es wurde die Eisenbahnstrecke Újezdec u Luhačovic – Luhačovice gebaut. Zum Vorsitzenden des Verwaltungsrats wurde Otto Serenyi gewählt, Direktor der Bäder wurde MUDr. František Veselý. Alle strebten nach maximaler Entwicklung, Ausstattung und hohem Heilniveau.

Dušan Jurkovič

Den Traum von modernen Bädern verwirklichte mit ihnen auch der slowakische Architekt Dušan Jurkovič. Seine malerischen Werke verliehen Luhačovice einen unverwechselbaren Charakter. Er verfeinerte das Gefühl für die Umgebung und das Verständnis des Ortes. Sein Streben, die Natur und die Umgebung zu verstehen, sowie sein Bestreben, die Menschen zu verstehen, für die er schuf, kann bei einer Besichtigung des Jurkovič-Hauses, früher Jan-Haus am Kurplatz, beobachtet werden. Seine Handschrift findet sich auch in den reizvollen Sonnenbädern, im Jestřabí-Gebäude oder in der Villa Chaloupka.

Wichtige Meilensteine in der Entwicklung der Stadt und Umgebung

Im Jahr 1928 wurde der Bau der Luhačovice-Talsperre vollendet. 3 Jahre später wurde die Stadt elektrifiziert. Am Kurplatz entstand das Gesellschaftshaus und nach dem 2. Weltkrieg können sich die Bäder der Großen Kolonnade rühmen. Gerade die Zeit des 2. Weltkriegs war sowohl für die Stadt als auch für den Rest der Republik stagnierend. Nach der Befreiung beginnt für die Luhačovice Bäder eine neue Entwicklungsphase. Die Große und Kleine Kolonnade verbindet eine Halle mit der entspringenden Vincentka-Quelle. Die Bäder Luhačovice können sich momentan des Primats als größte mährische Bäder und viertgrößte Bäder in der Tschechischen Republik rühmen.

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